Radfahren in der VG Windach

Wir sind mit weiter zunehmendem PKW-Verkehr konfrontiert. Die Verkehrssituation mit Verkehrsüberlastung und Staus auf unseren Ortsdurchgangsstraßen wird immer angespannter:

  • Kinder können während des Berufsverkehrs nicht alleine die Straße überqueren
  • Anwohnerbelastung
  • überfüllte Bahnhofs-Parkplätze
  • weitere Verkehrszunahme wegen des Bevölkerungswachstums.

Es gibt zu wenige Möglichkeiten, Rad fahren zu können. Zusätzlich ergibt sich die dringende Notwendigkeit, die Nutzung von Verbrennungsmotoren zu reduzieren, um zum Klimaschutz beizutragen.

Deshalb möchte der Arbeitskreis Radwege, das Thema Radfahren als einen wesentlichen Lösungsbestandteil zur Reduktion des lokalen PKW-Verkehrs in das öffentliche Bewusstsein bringen und stärker gewichtet verankern. Dieses Unterfangen unterstützen wir, der Ortsverband der VG Windach B90/Die Grünen und BilO.

Der Arbeitskreis Radwege –  gegründet Anfang 2018 im FEWi-Projekt des integrierten, kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) der Verwaltungsgemeinschaft Windach mit den Gemeinden Windach, Eresing und Finning mit mehreren Bürgern der Gemeinden- ist unparteiisch aufgestellt.

Auf Basis dieser lokalen Betrachtungen, ergänzt um den Austausch mit Radfahrverbänden sowie auf Mobilitätsveranstaltungen und der parallel in der Öffentlichkeit und in der Bayerischen Landesregierung gewachsenen Erkenntnis zur Bedeutung des Radfahrens als Klimaschutzbeitrag und zur Verkehrsentlastung sieht er das Thema Radfahren inzwischen als einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für unserer aller Zukunft an.

Er möchte der übergreifenden Bedeutung des Radfahrens stärkeres Gewicht verschaffen.

Er hat die IST-Situation erhoben sowie mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, von denen ein Teil bereits in Umsetzung ist. Weitere Maßnahmen werden verfolgt werden.

Altersübergreifend, gesundheitsfördernd und umweltfreundlich

Im Alltag können sehr viele Fahrten mit dem Rad erledigt werden:

Wir radeln in die Nachbargemeinde zum Gasthaus oder Biergarten, zum Einkaufen, zu Ärzten, zu Freunden, zur Schule, zu Arbeitgebern, zum Turnen, zum Fußball oder anderen Sportarten. Für das Beispiel Eresing-Windach haben wir eine lange Liste tagtäglicher Motivationen gesammelt. Das gilt für Erwachsene gleichermaßen wie für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Immer mehr Senioren sind mit E-Bikes unterwegs und nutzen diese neue Mobilität. Je mehr Radler unterwegs sind, umso weniger PKWs belasten die Straßen, die Anwohner und die Umwelt. Nebenbei tut das Radeln der Gesundheit gut!

Vorausschauend geplant und sicher

Wir möchten im Alltag auf direktem Wege von A nach B kommen, nicht gemeinsam mit PKWs oder LKWs auf einer Spur unterwegs sein, da es viel zu gefährlich ist.

Ein Radweg braucht einen glatten Belag, soll im Winter schneegeräumt und gestreut sowie nach dem Herbst und bei Bedarf gereinigt werden, und letztlich muss er einsehbar sein, weil kaum jemand – dies gilt insbesondere für Kinder und Frauen – gerne abends einen geschlungenen, dämmrigen Schotterwanderweg durch den Wald heimradelt. 

Die einfachste Lösung sind deshalb baulich getrennte Rad- und Fußwege neben der direkten Verbindungsstraße zwischen zwei Orten. Die Aufwände sind vergleichsweise überschaubar, insbesondere, wenn der Radweg beim Bau oder der Modernisierung einer Straße von Anfang an berücksichtigt wird.

Der AK Radwege tritt insbesondere für direkte Verbindungen Windach-Eresing und Finning-Schöffelding sowie in Richtung Landsberg ein. Weitere Strecken sind in Vorbereitung. Der vorhandene Radweg Eresing-Geltendorf zeigt, wie gut er angenommen wird!

Anreize schaffen für Pendler zur stärkeren Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs

Der öffentliche Nahverkehr wird weiter ausgebaut für mittlere Strecken und um die Städte zu erreichen, die bereits jetzt im Berufsverkehr ersticken.

Deshalb ist es von besonderem Interesse, den Bahnhof – oder ggfs. eine zentrale Busstation – mit dem Fahrrad zu erreichen. Derzeit platzen die Parkplätze am Bahnhof Geltendorf aus allen Nähten, und der Zufahrtsverkehr aus Süden führt über die Eresinger Hauptstraße; eine große Belastung für die Anwohner. Dabei könnten die meisten Pendler mit dem Rad zum Bahnhof fahren, aus Eresing, aus Windach, aber auch aus Finning usw. Auch die Deutsche Bahn hat das Thema erkannt und fördert die Anbindung der letzten Kilometer zur eigenen Wohnung etwa durch den Bau von mehr Radständern an den Bahnhöfen.

Dies verdeutlicht, dass die Attraktivität des Radfahrens erhöht werden muss: sicher und ganzjährig radeln können, auf eigenen und direkten Radwegen, das Rad am Bahnhof sicher parken und absperren können, auch teurere Räder wie E-Bikes in speziellen Rad-Boxen. Dann würden weitaus mehr Bewohner unserer Gemeinden zum Bahnhof radeln können.

Schaffung von entsprechender Infrastruktur durch die Gemeinden zum Erreichen der Gewerbegebiete/ Arbeitsplätze (z.B. von und zu Fa. Delo) durch Radfahren

Aber gependelt wird auch innerhalb unserer Gemeinden. In Finning, Windach und Eresing finden sich viele Arbeitgeber.

In Schöffelding existiert ein großes Produktionsgewerbe mit ca. 600 Mitarbeitern, von denen etwa ein Drittel in Rad-Entfernung wohnt. Nicht jeder hat heutzutage ein eigenes Auto, und die Firmen könnten sich flächenversiegelnde Parkplatzflächen einsparen, wenn mehr Mitarbeiter mit dem Fahrrad kommen könnten.

Es gibt keinen Radweg von Eresing bzw. vom Bahnhof Geltendorf zum Schöffeldinger Gewerbegebiet, und die kurvige, gefährliche Landstraße mit Steigung und Kuppe ist keine Alternative. Soviel Potenzial, auf individuelle PKW-Fahrten verzichten zu können, liegt brach!

Wirtschaftlichkeit

Die Gemeinden stehen in der Verantwortung, für ihre Gewerbegebiete die benötigte Infrastruktur bereit zu stellen. Gerade die jüngeren und aktiven Arbeitnehmer würden großteils gerne mit dem Rad in die Arbeit fahren können, Sprit sparen und sich gleichzeitig fit halten sowie gegebenenfalls auf das Zweitwagen zu verzichten. Gleichzeitig wären die Straßen im Berufsverkehr entlastet, was wiederum dem verbleibenden PKW-Verkehr zu Gute käme (weniger Staus, Zeitersparnis).

Bisher Geplantes und Erreichtes in der VG Eresing-Finning-Windach:

Durch diese Betrachtungen motiviert, hat der Arbeitskreis Radwege prioritäre Radwegprojekte für eine Infrastruktur-Basis in der Verwaltungsgemeinschaft aufgestellt.  Förderung mit öffentlichen Fördermitteln möglich.

  • Bau von Rad- und Fußwegen zwischen den Ortschaften:
    • Windach – Eresing
    • Eresing – Schöffelding-Gewerbegebiet – Finning (Erreichbarkeit DELO, Bhf Geltendorf)
  • Innerörtliche Verbesserungen:
    • sichere Gestaltung des Radweg-Endes in Eresing von Geltendorf (Bhf) kommend
    • mehr Radständer am Bahnhof Geltendorf auf Eresinger Seite (Vorhaben mit der Deutschen Bahn)
    • Fuß- und Radweg Eresing – Riedhof (lokales Einkaufen)
    • Zusammenspiel von innerörtlichen Radwegen und Tempo-30-Zonen in Windach  

Weitere Radwegprojekte sollen bedarfsorientiert erarbeitet werden.

Resolution:

Angesichts der positiven Auswirkung auf

  • persönliche Entfaltung: „Radfahren können!“, Kosten für PKW-Haltung und -Fahren einsparen, sich fit halten
  • Reduzierung des PKW-Verkehrs: U.a. Entlastung für die Anwohner der Hauptstraßen, mehr Sicherheit durch weniger Verkehr innerorts für Kinder und Fußgänger, Senioren auf E-Bikes, weniger Verkehrsstaus und entspannte Parkplatzsituation z.B. an Bahnhöfen, Geschäften
  • Klimaschutz: CO2-Vermeidung, weil keine fossilen Energieträger verbrannt werden

gewinnt das Radfahren an Stellenwert und rückt als Bestandteil eines modernen Mobilitätskonzepts vor, neben den lokalen PKW-Verkehr und den ÖPNV.

Deshalb fordern wir die Gemeinden, allen voran die Bürgermeister der drei VG-Gemeinden Windach, Eresing und Finning, auf, für die Ermöglichung und die Attraktivitätserhöhung des Radfahrens Infrastruktur zu schaffen, insbesondere mit dem Bau von ortsverbindenden Radwegen und Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit beim Radfahren, damit wesentlich mehr Menschen das Rad nutzen können.

Unterstützend wäre vorstellbar, einen Radweg-Beauftragten zu benennen, jährlich ein Budget für weitere Rad-Infrastruktur vorzusehen oder dem Netzwerk von derzeit 77 Bayerischen Kommunen „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK Bayern)“ beizutreten, was ein besonderes Commitment zu dem Thema ausdrücken würden.

Radfahrer und alle Verkehrsteilnehmer, Anwohner, das Klima und letztlich unsere Kinder werden es danken.

01.05.2020,

Der Arbeitskreis Radwege der Verwaltungsgemeinschaft Windach